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4. Der Getränkekonsum insgesamt

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Der gesamte Getränkekonsum belief sich in Deutschland im Jahr 2017 vorläufigen Erhebungen zufolge pro Kopf auf 750,9 l.

101,2 Liter oder 13,5% hiervon entfielen auf Bier.

Nach einem leichten Anstieg des Getränkekonsums im Jahr 2015 ist der Konsum in 2017 wie schon in 2016 weiter um 9,8 l pro Kopf gefallen.

Der Bierkonsum ist wie seit Jahren (mit der Ausnahme des Jahres 2014) um neuerlich 2,9 Liter auf nun noch 101,2 Liter gesunken.

Getränkeverbrauch in Deutschland nach Getränkearten in Litern->Download Graphik

Insbesondere Mineralwasser zählt zu den Gewinnern der zurückliegenden Jahre, wohingegen alkoholhaltige Getränke zwischen rd. 25,5% (Schaumwein) und 28,68% (Bier) eingebüßt haben. Nur der Wein schert aus mit einem Minus von nur gut 1,9%. Wie der Bier- hat auch der Weinkonsum im vergangenen Jahr leicht (0,2 Liter) abgenommen, ist allerdings über eine längere Zeitspanne betrachtet vergleichsweise stabil.

Getränkeverbrauch in Deutschland nach Getränkearten in Prozent->Download Graphik

Über viele Jahre war Bier unangefochten das mit Abstand beliebteste Kaltgetränk. Diese Position hat die deutsche Brauwirtschaft im Jahr 2002 an das Mineralwasser verloren.

Im Jahr 2006 sind auch die Erfrischungsgetränke am Bier vorbeigezogen.

Die leichte Steigerung des Bier-Pro-Kopf-Konsums in 2011 gegenüber 2010 ist übrigens  der Statistik geschuldet (Volkszählungsergebnis), seither folgt der Gesamtkonsum wieder dem langjährigen, leicht rückläufigen Trend.

Pro-Kopf-Verbrauch ausgewählter Getränke in Litern- Entwicklung seit 1991 ->Download Graphik

Die Nürnberger GfK erhebt im Rahmen ihres „Consumer Scan“ die Verbrauchsausgaben einer repräsentativen Haushaltsstichprobe bezogen auf alkoholhaltige Getränke. Betrug der Bieranteil an diesen Haushaltsausgaben 1995 noch 36,5%, so war er bis 2013 auf 28,1% gesunken.

Insbesondere der Weinanteil war im Gegenzug bis 2012 gestiegen und auch die Biermischgetränke wiesen eine relative Zunahme auf.

Erstmals ist in 2014 nun der Anteil wieder angestiegen, der von den haushaltsausgaben für alkoholhaltige Getränke auf das Bier entfällt – Ergebnis einerseits einer leichte Mengensteigerung im Biermarkt, andererseits aber auch gestiegener Endverbraucherpreise.

Haushaltsausgaben für alkoholhaltige Getränke in Prozent des Gesamtbudgets->Download

Vergleicht man nur den Anteil der Haushaltsausgaben für alkoholhaltige Getränke, der auf Wein entfällt, mit dem für Bier, so fällt auf, dass bis 2002 der wertmäßige Anteil des Weins kontinuierlich anstieg. Bei kaum veränderten Mengen sank er anschließend unter dem Einfluss eines wachsenden Marktanteils billiger Weine wieder ab.

Mit Ausnahme des Jahres 2005 ist der Anteil des Bieres an den Haushaltsausgaben für alkoholhaltige Getränke indes kontinuierlich rückläufig und hatte im Jahr 2013 mit 28,1% ein neues Minimum erreicht.

Neben sinkender quantitativer Binnennachfrage spielt hier auch das breite Angebot von Billigbier bzw. der wachsende Sonderangebotsanteil vor allem am Pilsmarkt, dem volumenstärksten Sortensegment innerhalb des Biermarktes, eine Rolle.

Im 2014 stieg nun einerseits der Binnen-Bierkonsum erstmals seit 2006 wieder leicht an, zum anderen waren Preisanpassungen zu beobachten, was insgesamt dazu geführt hat, dass im vergangenen Jahr der Anteil der Haushaltsausgabe für Bier gegenüber denjenigen für Wein wieder etwas an Boden hat gut machen können.

Anteil der Haushaltsausgaben für Bier und Wein am Budget für alkoholische Getränke in Prozent->Download

In absoluten Zahlen ermittelt die GfK für 2014 Haushaltsausgaben für Bier (nur Handel, ohne Gastronomie) i. H. v. rund 3,23 Mrd. €. Im Jahr 1995 betrug der Wert noch 3,73 Mrd. € – ein Minus von 500 Mio. € oder 13,4 % – bei einer 2007 von 16 % auf 19 % erhöhten Umsatzsteuer und einem Verbraucherpreisindex, der im gleichen Zeitraum (Januar 1995 bis Dezember 2013) um 33,5 % gestiegen ist!

Immerhin: Im Jahr 2014 ist der relative Anteil der Ausgaben für Bier an allen Ausgaben für alkoholhaltige Getränke zum ersten Mal seit 2005 überhaupt wieder gestiegen! Da die Gesamtausgaben gleich geblieben sind, bedeutet dies auch eine absolute Zunahme der Haushaltsausgaben für Bier um 80 Mio. € oder gut 2,5 %.

Haushaltsausgabe für alkoholische Getränke absolut->Download

Insbesondere in den Jahre 1995 bis 2002 ist die entgegengesetzte Entwicklung der Haushaltsausgaben für Bier und Wein auffällig. Sie markiert indes nicht nur fehlende Umsatzmillionen für die Brauwirtschaft infolge schrumpfenden Konsumvolumens, sie ist auch Spiegelbild der Wertigkeit, die das Bier bei den Konsumenten genießt.

Seit etwa 2008 stabilisieren sich die Haushaltsausgaben für Bier wieder, vermögen in 2014 durch einen kombinierte Mengen- und Werteffekt sogar wieder leicht zu steigen, während Wein in 2014 neuerlich an Gesamtwert verliert.

Haushaltsausgaben absolut Bier und Wein in Mrd €->Download