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3. Absatz und Ausstoß

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Die amtliche Statistik erfasst lediglich den Bierabsatz, also die prinzipiell steuerpflichtigen Biermengen am Ort des sog. „Steuerlagers“. Hier ist z.B. das steuerfreie alkoholfreie Bier nicht enthalten. Um ein Bild von der tatsächlich in einzelnen Regionen Deutschlands hergestellten Biermenge incl. alkoholfreien Bieres zu erhalten, führt der Brauerbund umfangreiche eigene statistische Erhebungen durch. Ihr Ergebnis beschreibt den Bieraustoß.

Mehr zum Unterschied zwischen Bierausstoß und Bierabsatz

Wenn man die amtlichen Statistiken verfolgt, die quartalsweise über die Entwicklung der Brauwirtschaft berichten, dann vermitteln diese nur einen Ausschnitt der tatsächlichen Branchenentwicklung. Die amtliche Statistik erfasst nämlich den „Bierabsatz“, nicht den „Bierausstoß“.

Basis für die amtliche statistische Erfassung ist die Biersteuererhebung. Diese erfasst naturgemäß nur steuerpflichtige Mengen und dies auch nur dort, wo die Erfassung tatsächlich erfolgt. Dies muss jedoch nicht der Ort der Herstellung sein.

Bier, das steuerfrei ist wie Malztrunk und vor allem alkoholfreies Bier, wird von der amtlichen Statistik gar nicht erfasst. Es stellt zwar „Bierausstoß“ dar, ist aber in den gemeldeten Bierabsatzzahlen nicht enthalten.

Darüber hinaus gibt es die sogenannte „Bierlieferung unter Steueraussetzung“. Die Bierbesteuerung und damit statistische Erfassung erfolgt immer bei Verlassen des sog. „Steuerlagers“. Das ist in der Regel die Brauerei – aber eben nicht immer. Man kann Bier nämlich „unter Steueraussetzung“ aus einem „Steuerlager“ entfernen und in ein anderes überführen, also ohne dass die Biersteuer anfällt und damit auch ohne dass diese Mengen bereits statistisch erfasst würden.

Wird z.B. Bier in Bayern hergestellt und anschließend „unter Steueraussetzung“, also unversteuert, in eine sächsische Brauerei geliefert, dort abgefüllt und erst dann aus dem Steuerlager entfernt, also versteuert und statistisch erfasst, dann sind diese Mengen nicht im bayerischen Bierabsatz enthalten, sondern im sächsischen erfasst, obwohl sie bayerischer Bierausstoß sind.

Auf Bundesebene spielen diese innerdeutschen Lieferungen „unter Steueraussetzung“ statistisch keine Rolle, wohl aber bei der Betrachtung einzelner Bundesländer. Je weiter die Konzernverflechtungen innerhalb der Branche fortschreiten, umso häufiger findet zwischen einzelnen Unternehmen dieser Gruppen auch ein Warenaustausch unter Steueraussetzung statt. Umso unschärfer wird gleichzeitig auch die statistische Erfassung der Bierproduktion in einzelnen Bundesländern. Allein: Genauer haben wir es nicht.

Der Brauerbund versucht, dem durch eigene statistische Erhebungen zu begegnen. Diese können aber immer nur einen gewissen Repräsentationsgrad abbilden, weil nie alle Brauereien an ihnen teilzunehmen bereit sind. Dies ist zu berücksichtigen, wenn im Folgenden Daten zum Absatz und Ausstoß wiedergegeben werden.

Zahlen …

Die deutsche Brauwirtschaft erzeugte in 2019 insgesamt einen Bierabsatz (ohne alkoholfreies Bier und Malztrunk) von gut 92,2  Mio. hl.

Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr ein deutliches Minus von 1,78 Mio. hl  oder 1,9 %.

Ungeachtet des langen und trockenen Sommers, der sogar mehr Sonnentage aufwies als der „Jahrhundert-Sommer“ des Vorjahres, konnte die Deutsche Brauwirtschaft ihr „Zwischenhoch“ der Absatzentwicklung nicht halten und fiel auf das niedrigsten Absatzniveau seit der Wiedervereinigung zurück.

Bierabsatz Deutschland seit 1993 bis 2019->Download-Graphik

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Auch die Bayerische Brauwirtschaft musste 2019 Absatzverluste hinnehmen, hat sich sogar etwas schlechter entwickelt als der Bundestrend. Sie erreichte gut 23,8 Mio. hl Gesamtabsatz.

Der Gesamtabsatz  der Bayerischen Brauwirtschaft bewegt sich damit wieder auf dem Niveau des Jahres 2017.

Zu berücksichtigen ist zusätzlich, dass diese amtliche Statistik alkoholfreies und Malzbier nicht erfasst, da diese Produkte nicht unter die Biersteuerpflicht fallen. Diese beiden Sorten verzeichnen einer internen Verbandsstatistik zufolge im Jahr 2019 ein leichtes Minus von 49.000 hl oder 2,3%.

Unter Einschluss alkoholfreien Bieres erreicht die bayerische Brauwirtschaft damit einen Absatz von  gut 25,9 Mio. Hektolitern.

Bierabsatz in Bayern seit 1993 bis 2019->Download-Graphik Wirtshaus_GruppeMusiker1

Gesamtbierabsatz Deutschland nach Ländern

Seit 2014 ist der Gesamtabsatz der bayerischen Brauwirtschaft höher als der des größten deutschen Bundeslandes. NRW, das in Bezug auf dem Bierabsatz über Jahrzehnte an der Spitze der Bundesländer stand.

Und das obwohl NRW fast 40% mehr Einwohner hat als Bayern.

Bayern konnte im Jahr 2019 trotz der Absatzverluste seine Spitzenposition behaupten und liegt nun noch knapp 1,9 Mio. hl vor NRW.

Nicht eingerechnet ist hier wiederum alkoholfreies Bier, da uns für NRW keine Zahlen vorliegen.

Gesamtbierabsatz Deutschland 2019 nach Ländern->Download-Graphik

Die bayerische Brauwirtschaft verzeichnet im Jahr 2019 gegenüber 2018 ein Gesamtabsatzminus von 3,3%. Der Zugewinn des Vorjahres ist damit wieder verschwunden, der Aufwärtstrend der zurückliegenden Jahre gestoppt

Die deutsche Brauwirtschaft insgesamt verzeichnet ebenfalls ein Minus, das mit 1,9% jedoch geringer ausfällt als das bayerische.

Ohnehin vermögen mit Berlin/Brandenburg, Niedersachsen/Bremen und  Sachsen-Anhalt nur drei Regionen überhaupt einen Gesamtabsatzzuwachs zu erreichen.

Veränderung Gesamtbierabsatz Deutschland nach Ländern 2019 gegenüber 2018 in Prozent->Download Graphik

Von größerer Aussagekraft als die relative Veränderung des Gesamtabsatzes ist die absolute Ausstoßveränderung, die die bayerische Brauwirtschaft zu verzeichnen hat. Hier weist Bayern in 2019 ein Minus von 821.702  hl auf nach einem Plus von gut 737.000 hl im Jahr zuvor.

Insgesamt verliert die deutsche Brauwirtschaft in 2019 knapp 1,78 Mio. hl – deutlich mehr, als im Jahr zuvor hatte zulegen können (458.000).

Der Veränderungen im Markt für alkoholfreies Bier und Malztrunk sind hier allerdings noch nicht berücksichtigt.

Auch hier allerdings verliert Bayern: Gut 49.000 hl oder 2,3%.

Veränderung Gesamtbierabsatz Deutschland nach Ländern 2019 gegenüber 2018 in Hektolitern->Download-Graphik

Betrachten wir den steuerpflichtigen Bierabsatz, also im Wesentlichen den unter Außerachtlassung des Exports, so erreichte Bayern im Jahr 2019  einen Binnenabsatz von gut 18,2 Mio. Hektolitern – auch hier ohne alkoholfreies Bier und Malztrunk!

Unter den Bundesländern entspricht dies Rang 2 hinter NRW. Gerade beim Binnenabsatz spielt es natürlich eine entscheidende Rolle, dass NRW gut 17,93 Mio. Einwohner hat, wohingegen Bayern auf nur 13,1 Mio. Einwohner kommt.

Steuerpflichtiger Bierabsatz Deutschland 2019 gegenüber 2018 nach Ländern->Download-Graphik

Bezogen auf den steuerpflichtigen Bierabsatz hat Bayern mit einem Minus wie beim Gesamtbierabsatz von 3,3 % insgesamt schlechter abgeschnitten als der Bundesdurchschnitt.

Der deutsche Binnenbiermarkt insgesamt verliert 2,1% .

Die erfreuliche Absatzentwicklung 2018 war also erwartungsgemäß keine Abkehr vom langfristig anhaltenden Trend eines rückläufigen Marktes.

Die Entwicklung fällt außerdem wieder zurück in alte Muster: Der Binnenmarkt entwickelt sich im Bund relativ schlechter als der Gesamtabsatz.

Veränderung steuerpflichtiger Bierabsatz Deutschland nach Ländern 2019 gegenüber 2018 in Prozent->Download Graphik

Die rein prozentualen Veränderungen des steuerpflichtigen Absatzes kaschieren zwangsläufig die sehr unterschiedliche Basis der Veränderungen: Nordrhein-Westfalen als binnenabsatzstärkstes Bundesland produziert gut zehnmal so viel Bier wie das ausstoßschwächste Erhebungsgebiet Sachsen-Anhalt.  Deshalb müssen den relativen die absoluten Veränderungen gegenübergestellt werden:

Die bayerische Brauwirtschaft verliert mit einem Minus von gut 623.000 hl die Zugewinne des Vorjahres von knapp 627.000 hl wieder.

Veränderung steuerpflichtiger Bierabsatz Deutschland nach Ländern 2019 gegenüber 2018 in Hektolitern->Download Graphik

Abweichend von der Entwicklung vergangener Jahre vermag auch der Export die Verluste im Inland nicht zu kompensieren.

Im Gegenteil: Absatzverluste im Bierexport vor allen in die EU vergrößern das Inlandsminus sogar noch.

In Bayern schrumpft der steuerpflichtige Bierabsatz um rund 623.500 hl, der Gesamtabsatz nimmt sogar um 821.700 hl ab.

Noch nicht berücksichtigt sind dabei allerding auch hier wie dargelegt die Veränderungen beim Absatz von alkoholfreiem Bier.

Der Brauerbund erhebt in einer eigenen Statistik die Mengenentwicklung.  Alkoholfreies Bier erreichte in 2019 ein Ausstoßvolumen von rd. 2,086 Mio. hl, was einem leichten Minus von neuerlich 2,3% oder rd. 49.000 hl entspricht.

Das Gesamtabsatz-Minus unter Einschluss auch alkoholfreien Bieres beläuft sich in Bayern folglich in 2019 gegenüber 2018 auf ca. 3,36 %.

Veränderung Gesamt- und steuerpflichtiger Bierabsatz Deutschland nach Ländern 2019 gegenüber 2018 in Hektolitern->Download Graphik

Exportentwicklung

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Wirft man einen Blick auf die Exportentwicklung der deutschen und bayerischen Brauwirtschaft, so zeigt sich, welch herausragende Bedeutung der Absatz im Ausland für die Brauwirtschaft besitzt.

Der gesamte deutsche Bierexport  konnte seit der krisenbedingten Abnahme um 0,7 Prozentpunkte in 2009 zunächst wieder kontinuierlich zulegen. In 2013 hat er einen leichten Rückschlag hinnehmen müssen, der aber allein auf dem Ersatz zuvor exportierter Mengen durch die Produktion im bisherigen Zielland einer einzigen Brauerei beruht, was insofern das Gesamtbild etwas verzerrte.

Seither beträgt die deutsche Bierexport-Quote gute 17%.

In 2019 nahm der bayerische Bierexport in absoluten Hektolitern spürbar um knapp 196.500 hl oder 3,4% ab. Die Exportquote beträgt unverändert zum Vorjahr 23,3 %.

Auch hier ist der Export alkoholfreien Bieres nicht berücksichtigt, da hierüber statistische Daten nicht vorliegen.

Die Exportquote des bayerischen Braugewerbes liegt deutlich (6,0 Prozentpunkte) über der der Bundesrepublik insgesamt.

Entwicklung des Exportanteils am Gesamtbierabsatz Bayern und Deutschland in Prozent ->Download Graphik

In absoluten Zahlen: Mit rund 5,55 Mio. hl hat der bayerische Bierexport das Rekordergebnissen des Vorjahres nicht ganz halten können. Der Export bayerischen Bieres sank um 196.500 hl oder 3,4%.

Etwa 60% davon werden in Länder der EU geliefert, die verbleibenden ca. 40% gehen in Drittstaaten.

Während der Export in diese Drittstaaten mit einem Plus von rund 3,9%  abschloss (gesamt jetzt 2.215.533 hl) , sanken die Lieferungen in andere EU-Länder deutlich  um  280.218 hl auf  3,33 Mio. hl.

Insgesamt ist Bayern das Bundesland mit dem mit Abstand höchsten Bierexport.

Entwicklung der Exportquote in % und des Exportvolumens in thl Bayern seit 1998 ->Download Graphik

Die Gegenüberstellung der Exportanteile am Gesamtabsatz einerseits der bayerischen Brauwirtschaft und andererseits der um die bayerischen Werte bereinigten deutschen Brauwirtschaft (also Deutschland ohne Bayern) macht deutlich, welche Fortschritte der bayerische Bierexport im Vergleich zu den übrigen Bundesländern in den zurückliegenden Jahren hat erreichen können.

Der Vorsprung Bayerns beträgt in 2019 8,1 Prozentpunkte.

Entwicklung des Exportanteils am Gesamtbierabsatz Bayern und Deutschland ohne Bayern in Prozent->Download Graphik

Stellt man die Entwicklung des Gesamt- und des steuerpflichtigen Bierabsatzes  für Deutschland insgesamt gegenüber, dann fällt auf, dass zwar beides rückläufig ist, die Trendlinie des Gesamtabsatzes jedoch etwas flacher verläuft als die des steuerpflichtigen Absatzes: deutschlandweit vermag der Export zumindest einen Teil der Binnenverluste zu kompensieren.

Gesamt- und steuerpflichtiger Bierabsatz Deutschland – Gegenüberstellung der Entwicklung in hl seit 1993->Download Graphik

Völlig anders stellt sich die Situation in Bayern dar: zwar ist auch hier der Binnen-, also steuerpflichtige Bierabsatz rückläufig, wenngleich er sich in den letzten Jahren etwas stabilisiert hat, die großen Exporterfolge führen jedoch dazu, dass der Zuwachs an Exporthektolitern den Verlust an Binnenhektolitern zu kompensieren vermag: Die Trendlinie des Gesamtabsatzes verläuft annähernd waagerecht.

Und die positive Entwicklung alkoholfreien Bieres und alkoholfreier Biermischgetränke  der letzten Jahre ist hierbei noch gar nicht berücksichtigt.

Gesamt- und steuerpflichtiger Bierabsatz Bayern – Gegenüberstellung der Entwicklung in hl seit 1995->Download Graphik

Nach der Wiedervereinigung war der Anteil Bayerns am deutschen Gesamtbierabsatz zunächst kontinuierlich gesunken. Betrug er 1991 noch gut ein Viertel, so sank er bis zum Jahr 2000 auf noch 20%.

Seitdem steigt er kontinuierlich wieder an und liegt 2019 mit 25,8% sogar oberhalb des Niveaus der frühen 90er Jahre.

Zu begründen ist dies mit dem überdurchschnittlichen Exporterfolg Bayerns: 18% des aus Deutschland exportierten Bieres stammten 1991 aus Bayern. Im Jahr 2019 waren es fast 34,7%.

Dies bedeutet: Mehr als jedes dritte aus Deutschland exportierte Bier stammt aus einem bayerischen Sudkessel

Zelt_Stimmung1Bei einer getrennten Betrachtung Nord- und Südbayerns  sehen wir eine sehr unterschiedliche Entwicklung der beiden Landesteile:

Der südbayerische Gesamtabsatz fällt um 2,99%, während Nordbayern ein Minus von sogar 4,9% verkraften muss (einmal mehr ohne alkoholfreies Bier und Malztrunk).

Beim steuerpflichtigen Bierabsatz sieht es ähnlich aus: Hier verliert Nordbayern sogar 6,45%, wohingegen Südbayern deutlich geringer um 2,1% verliert.

Dieses Ergebnis kann auch durch die Exporterfolge Nordbayerns nicht ausgeglichen werden: Die nordbayerischen Exporte in Drittländer steigen zwar um 16,25% und gleichen damit dien Exportverluste in die EU i.H.v.
– 4,37% sogar aus. Jedoch ist die Basis einfach zu gering.

Südbayerns Exporte in die EU sinken um 8,13%, in Drittländer um 0,53%.

An der Vormachtstellung bzgl. des bayerischen Bierexports, die Südbayern einnimmt, kann der Exporterfolg Nordbayerns in 2019 nichts ändern.

Veränderung Gesamt- und steuerpflichtiger Bierabsatz Nord- und Südbayern 2019 zu 2018 in Prozent->Download Graphik

Der nordbayerische Export bewegt sich damit weiterhin insgesamt auf deutlich niedrigerem Niveau, denn der Export ist eindeutig eine Domäne der in Südbayern ansässigen Brauereien.

Insgesamt ist die südbayerische Brauwirtschaft stärker aufgestellt als die nordbayerische, obwohl in Nordbayern rund  60% aller bayerischen Brauereien ansässig sind.

Verteilung Gesamt- und steuerpflichtiger Bierabsatz 2019 in Bayern auf Nord- und Südbayern in Prozent->Download Graphik

Der deutsche Biermarkt hat seit der Neuordnung der Biersteuerstatistik 1993  29,07 Mio. hl Binnenabsatzvolumen verloren.

2,7 Mio. hl  Zuwachs haben in dieser Zeit die neuen Bundesländer zu verzeichnen gehabt ( inkl. Berlin, denn nachdem Berlin und Brandenburg gemeinsam erfasst werden, ist eine Trennung in die Entwicklung Berlin West (alt) und Berlin Ost und Brandenburg (neu) nicht möglich).

Um 31,8 Mio. hl ist das Absatzvolumen in den alten Ländern demzufolge in diesen Jahren gesunken – ein gutes Drittel des ursprünglichen Volumens!

Veränderung steuerpflichtiger Bierabsatz Deutschland nach Ländern seit 1993 in Hektolitern ->Download Graphik

Die Verschiebungen von Absatzmengen aus den alten in die „neuen“ Bundesländer haben auch zur Folge, dass Bayern seit 1993 insgesamt 27,03% seines Binnenabsatzvolumens eingebüßt hat gegenüber einem Rückgang des Binnenabsatzes in Deutschland insgesamt von 27,6%.

Bei der Deutung dieser Statistik ist zu berücksichtigen, dass aus EU-Ländern importiertes Bier steuerpflichtig ist und in diese Statistik eingeht, und zwar in demjenigen Bundesland, indem die Versteuerung erfolgt.

Die „alten“ Bundesländer haben in dieser Zeit in der Summe ein gutes Drittel ihres ursprünglichen Binnenabsatzes eingebüßt, allein Hessen rund 65% und Baden-Württemberg knapp die Hälfte.

Veränderung steuerpflichtiger Bierabsatz Deutschland nach Ländern seit 1993 in Prozent ->Download Graphik

Die größten Bier produzierenden Länder

Deutschland verteidigt 2017 seinen 5. Rang unter den biererzeugenden Nationen der Welt.

Nur 2 Länder produzieren mehr als 200 Mio. hl Bier, zwei weitere über 100 Mio. hl pro Jahr. Es folgt Deutschland mit gut 90  Mio. Hektoliter  Jahresausstoß.

Es folgen mit Russland und Japan nur weitere 2 Länder mit mehr als 50 Mio. hl. Auf der ganzen Welt gibt es dann noch 15 weitere Länder, die  20 Mio. hl Bier und mehr produzieren und das ist bereits die Größenordnung, in der sich auch der bayerische Ausstoß bewegt: Bayern läge im Ranking zwischen Nigeria und den Niederlanden auf Platz 14 der bierproduzierenden Länder der Welt …

Die oben aufgeführten Länder vereinen 79,2% des Weltbierausstoßes auf sich – Tendenz steigend.

Die größten Bier produzierenden Länder 2017->Download-Graphik

Die Weltbierproduktion belief sich zu Beginn des Jahrtausends auf ca. 1,4 Mrd. hl. Im Jahr 2017 betrug sie 1,952 Mrd. hl, ca. 40% mehr.

Aber die Verteilung hat sich deutlich verändert. Deutschland ist von Rang 3 auf Rang 5 der bierproduzierenden Länder zurückgefallen,  weil die eigene Bierproduktion rückläufig ist, vor allem aber, weil sie in anderen Ländern z.T. drastisch zugenommen hat. Im Jahr 2012 lag Deutschland schon einmal noch auf Platz 5 der „Weltrangliste“ und konnte sich zunächst einen Platz verbessern, weil die russische Bierproduktion seit 2007 einen drastischen Einbruch erlebte. Zwischenzeitlich ist das aufstrebende Bierland Mexiko an Deutschland vorbeigezogen.

Der deutsche Anteil an der Weltbierproduktion fiel von knapp 8% in 2000 auf knapp 4,8% in 2017 – allerdings zur Gewährleistung internationaler Vergleichbarkeit ohne alkoholfreies Bier..

Bei dieser Betrachtung darf allerdings nicht übersehen werden, dass Deutschland mit 82,7 Mio. Einwohnern gegenüber 1,379 Mrd. in China, 326,7 Mio. in den USA, 207,7 Mio. in Brasilien und 144,3 Mio. in Russland von den führenden Biernationen die mit Abstand geringste Bevölkerung aufweist, was die Rangfolge der „Biernationen“ durchaus relativiert: Gemessen am Pro-Kopf-Konsum liegt Deutschland deutlich vor diesen Ländern.

Ausstoßänderung der größten Biernationen 2000-2017->Download Graphik