Unser Bayerisches Volksgetränk


Bewusstsein für Tradition und Qualität

Denkt man an Bayern und das Bier, so kommt einem rasch ein „Prosit der Gemütlichkeit“ in den Sinn. Doch bietet Bayern auch vielerlei Möglichkeiten, neben dem Biergenuss auch tief in die Geschichte des Bieres und die bayerische Bierkultur einzutauchen.
Das Bewusstsein für Tradition und Qualität sind in Bayern eng verbunden. 

Immer mehr Regionen bieten den Touristen eine Kombination aus Kulinarik und Kultur. Wanderwege verbinden Sehenswürdigkeiten, Kulturschätze und Brauereigasthöfe.

Überall werden mittlerweile Bierverkostungen, Bierdinner oder Führungen durch Betriebe und Museen mit anschließender geführter Verkostung angeboten.

Die Bierfeste locken nicht nur viele Besucher nach Bayern, sondern mehren auch den Ruhm der bayerischen Bierqualität.

Bayerisches Reinheitsgebot von 1516

Das Reinheitsgebot verspricht dem Biertrinker hier ein hohes Maß an Sicherheit!

Bewusst sind Bayerns Brauer bestrebt, einerseits die Belastung durch Rückstände solcher Schadstoffe zu minimieren. Andererseits verzichten sie konsequent auf die Zugabe all solcher Stoffe, die beispielsweise Geschmack, Farbe oder Haltbarkeit des Bieres oder auch die Stabilität seines Schaumes künstlich beeinflussen sollen, und deren Verwendung sich in den zurückliegenden 500 Jahren als für die Bierproduktion völlig überflüssig erwiesen hat.

Die Beschränkung auf die Verwendung ausschließlich von Wasser, Malz, Hopfen und Hefe für die Bierproduktion in Bayern ist damit nicht nur ein Zeichen besonders hoher Braukunst; sie steht auch für ein Bekenntnis zum aktiven Verbraucherschutz, steht für ein in höchstem Maße reines Qualitätsprodukt.

Diese Bedeutung des Reinheitsgebotes findet sich schon in der Begründung zum Entwurf des Biersteuergesetzes vom 26. Juli 1918 eindrucksvoll bestätigt, mit dem der Erhalt des Reinheitsgebotes in der Weimarer Republik manifestiert wurde:

Die Erfahrungen haben gelehrt, dass das Reinheitsgebot ein stets gleichbleibendes und einwandfreies Produkt mit größter Sicherheit zu gewährleisten vermag und gesundheitliche Schädigungen des Verbrauchers, wie sie bei der Verwendung von Ersatzstoffen nicht selten zu beobachten waren, nicht herbeiführt!

So ist bayerisches Bier, gebraut nach dem Bayerischen Reinheitsgebot von 1516 – in Maßen genossen – sicherlich die wohlschmeckendste Art, sein Wohlbefinden zu bewahren und zugleich die gemütlichste, die Hektik des Alltags abzubauen.

"Bayerisches Bier" ist eine in der gesamten EU geschützte geografische Angabe (g.g.A.)

Im Juni 2001 hat der Ministerrat der Europäischen Union dem Antrag des Bayerischen Brauerbundes, die Bezeichnung “Bayerisches Bier” als geschützte geografische Angabe in der Europäischen Union unter Schutz zu stellen, stattgegeben.

Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg hat mit Urteil vom 2. Juli 2009 den Schutz der Bezeichnung “Bayerisches Bier” als in der gesamten EU geschützte geografische Angabe (g.g.A.) bestätigt. 

Damit ist diese Bezeichnung nunmehr in allen Mitgliedsstaaten der Gemeinschaft geschützt und darf nur für Bier, das aus bayerischen Sudkesseln stammt, und somit auch nach dem Bayerischen Reinheitsgebot gebraut ist, verwendet werden.

Mit seinem Urteil stärkt der EuGH eneut das kulinarische Erbe Europas und stellt “Bayerisches Bier” in eine Reihe mit anderen traditionellen regionalen Spezialitäten wie Champagner, französischen Cognac, schottischen Whisky, Südtiroler Speck, Prosciutto di Parma, Aceto di Modena und viele andere.

Sortenkunde

Rund 4.000 verschiedene Biermarken stehen für die einzigartige Vielfalt bayerischer Braukunst, jede von ihnen eine individuelle Produktpersönlichkeit. Gemeinsam sind sie so facettenreich wie der Freistaat selbst. Sie verteilen sich auf über 40 verschiedene Biersorten, die Bayerns Brauer mit großer Sorgfalt und viel handwerklichem Geschick aus den nur vier Rohstoffen Wasser, Malz, Hopfen und Hefe zu brauen verstehen, die das bayerische Reinheitsgebot ihnen zur Herstellung ihrer Biere zu verwenden gestattet.

Dass Bier keineswegs gleich Bier ist, hängt dabei zunächst natürlich damit zusammen, dass die konkrete Rezeptur, also das Mischungsverhältnis der vier Zutaten, von Sorte zu Sorte variiert, und dass sich auch hinter den auf den ersten Blick „nur“ vier Zutaten Wasser, Malz Hopfen und Hefe ein bunter Strauß jeweils völlig verschieden beschaffener Rohstoffe verbirgt, der den Charakter des einzelnen Bieres bestimmt.

Wieviel Bier trinkt denn der Bayer so im Jahr?

Der Pro-Kopf-Konsum des Durchschnitts-Bayern interessiert, gilt doch der Gerstensaft in Bayern als Volksgetränk, was einen überdurchschnittlichen Bierdurst nahelegt.

In der Tat liegt der durchschnittliche Pro-Kopf-Konsum an Bier in Bayern mit etwa 125 Litern oberhalb des Bundesdurchschnitts, der 2019 bei 99,7 Litern lag.

Allerdings ist dies eine Schätzung, denn genau berechnen lässt der bayerische Bierkonsum sich nicht.

Wir wissen, dass in keinem anderen Bundesland die Treue der Biertrinker zu den einheimischen Bieren so groß ist wie in Bayern: Der Bayer trinkt am allerliebsten Bayerisches Bier. Und wir wissen, dass auch kein anderes Bundesland einen so hohen Anteil seiner eigenen Bierproduktion in andere Bundesländer liefert wie die bayerische Brauwirtschaft. Das Bayerische Bier mit seinen vielen Spezialitäten erfreut sich auch außerhalb der weiß-blauen Landesgrenzen größter Beliebtheit.

Wieviel (oder besser: wie wenig) nicht-bayerisches Bier jedoch in Bayern genau getrunken wird und wieviel bayerisches Bier den Preußen und anderen Nicht-Bayern durch die Kehle rinnt – exakt ist das nicht feststellbar.

Und ebenso wenig lässt sich die Biermenge bestimmen, die Gäste Bayerns beim Bayernurlaub oder bei einem Abstecher zum Oktoberfest hier trinken, ist doch ein Besuch im Freistaat kaum denkbar, ohne auch Bayerisches Bier getrunken zu haben.

Bier ist insofern in der Wahrnehmung vieler Menschen – Bayern und Gäste des Freistaates – integraler Bestandteil bayerischer Kultur und Lebensart, nach außen imageprägend und nach innen identitätsstiftend.

Da ist es für den Charakter des Bieres als „Bayerisches Volksgetränk“ nicht entscheidend, ob in Bayern im Jahr und pro Kopf ein paar Schluck mehr oder weniger getrunken werden. So oder so Bayern zählt zu den führenden Regionen weltweit, was den Bierkonsum betrifft.

Da ist die Frage nach dem Umfang von Rückständen solcher Schadstoffe, die für die menschliche Gesundheit bedenklich oder gar schädlich sind, natürlich von besonderer Bedeutung.