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5. Der Bierkonsum

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Von entscheidender Bedeutung für den Gesamtausstoß der bayerischen Brauwirtschaft ist die demographische Entwicklung (schrumpfende Bevölkerung, steigender Anteil älterer Mitbürger , wachsender Anteil von Zuwanderern  – auch aus anderen Teilen Deutschlands!  – deren Bieraffinität hinter der bayerischen  zurückbleibt), die ein aus Sicht der Brauwirtschaft nachteiliges Zusammenspiel von sinkender  Konsumentenzahl einerseits und sinkendem Pro-Kopf-Konsum andererseits mit sich bringt.

Der Bier-Pro-Kopf-Konsum liegt heute deutschlandweit auf dem Niveau der frühen 60er Jahre.

Bier-Pro-Kopf-Konsum Deutschland seit 1960->Download Graphik

Mitte der 70er Jahre erreichte der deutsche Bierkonsum seinen Nachkriegshöhepunkt mit 151 Litern pro Kopf und Jahr. Heute beträgt er noch 101,2 Liter.

Wenn der PKV von 2010 auf 2011 leicht angestiegen zu sein scheint, dann ist dies nicht deutlich gewandelten Konsumgewohnheiten geschuldet, sondern nur den Ergebnissen der Volkszählung 2011: Die nämlich hat einen deutlich geringeren Bevölkerungsstand ergeben als zuvor angenommen mit der rechnerischen Folge eines höheren PKV. Der wird auch bereits für die Vorjahre demnach als etwas zu niedrig angesetzt angenommen werden müssen. Er wird allerdings rückwirkend nicht mehr korrigiert.

Bier-Pro-Kopf-Konsum Deutschland seit 1976->Download Graphik

Noch zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung (1990) betrug der durchschnittlich Pro-Kopf-Konsum in Gesamtdeutschland 142,7 Liter. Er ist seither um 41,5 Liter oder 29,0% gefallen.

Bezüglich der PKV-Erhöhung von 2010 auf 2011 wird auf die Kommentare zu den vorhergehenden Charts verwiesen (Effekt der Volkszählung 2011).

Oft werden wir gefragt, wie hoch denn der Bier-Pro-Kopf-Konsum in Bayern sei – eine mit letzter Sicherheit nicht zu beantwortende Frage, da – im Gegensatz zu den Bundesgrenzen – an der bayerischen Landesgrenze die Aus- und Einfuhr von Bier nicht erfasst werden .

Aufgrund seriöser Schätzungen und unter Zugrundelegung der Erkenntnisse der Marktforschung gehen wir jedoch davon aus, dass der Bier-Konsum in Bayern sich auf etwa 135 -140 Liter belaufen dürfte.

Bier-Pro-Kopf-Konsum Deutschland seit 1990->Download Graphik

Ein Grund für den Absatzrückgang der deutschen Brauwirtschaft ist natürlich in der demographischen Entwicklung in Deutschland zu suchen. Der eigentlich typische Bevölkerungsaufbau in Pyramidenform mit „Dellen“, die ihren Ursprung in Kriegsverlusten (Männer der Jahrgänge 1928 und älter) oder Geburtenrückgängen während der Kriegs- und ersten Nachkriegsjahre haben, hat sich mit Einführung der „Pille“, aber auch steigendem Wohlstand  gewandelt. Seit 1964 sank die Zahl der Geburten. Erst seit 2011 beobachten wir einen leichten Anstieg

Heute werden jedes Jahr gut 715.000 Kinder weniger geboren als im Babyboom der 60er-Jahre des letzten Jahrhunderts.

Da die Menschen erst mit ca. 20 Jahren beginnen, in nennenswertem Umfang Bier zu trinken, wissen wir heute bereits, dass wir in den kommenden 20 Jahren in der wichtigen Altersgruppe der 20- bis 40-Jährigen ca. 5 Mio. Konsumenten verlieren werden, in der Gruppe der 20- bis 60-Jährigen sind es sogar 9,4 Mio. Konsumenten, die der Brauwirtschaft fehlen werden.

Selbst unter der (unrealistischen) Annahme, dass der Pro-Kopf-Konsum sich wieder stabilisiert, verliert die Brauwirtschaft demographiebedingt jedes Jahr ca. 0,5% ihres Absatzes. Verluste durch das Geburtendefizit sind durch Zuwanderung auch nicht auszugleichen, da die zuwandernde Bevölkerung in der Regel eine weit geringere Bieraffinität besitzt, als sie in der einheimischen Wohnbevölkerung traditionell gegeben ist.

Bevölkerungsstruktur der Bundesrepublik Deutschland am 31.12.2015->Download