Der gesamte Getränkekonsum belief sich in Deutschland im Jahr 2024 pro Kopf auf 699,5 l.
Nur noch 88 Liter oder 12,6 % hiervon entfielen auf Bier.
War der Getränkekonsum in den letzten Jahrzehnten zunächst recht stabil, ist er in den Jahren 2019 bis 2021 - gewiss auch Corona geschuldet - zunächst deutlich (- 26,3 Liter) gesunken, in 2022 wiederum leicht angestiegen (+ 9,2 Liter oder 1,3 %) und in den Jahre 2023 und 2024 neuerlich rückläufig (- 13,6 l oder 1,9 %).
Der Bierkonsum, der in den Jahren 2020 und 2021 durch die politischen Vorgaben zur Bekämpfung der Corona-Pandemie (zwangsweise Schließung der Gastronomie über Monate; Verbot von Volksfesten und größeren Feierlichkeiten …) in zuvor nie dagewesenem Umfang eingebrochen war (- 7,4 Liter in nur 2 Jahren) konnte sich zwar 2022 wieder etwas erholen (+ 2,5 Liter), war damit aber noch weit vom „Vor-Corona-Niveau“ entfernt. In 2023 und 2024 ist er weiter auf ein - zumindest für die Nachkriegszeit - historisches Tief gefallen und erreicht nur noch 88 Liter.
Alkoholfreies Bier ist in diesen Werten bereits enthalten.
GETRÄNKEVERBRAUCH IN DEUTSCHLAND NACH GETRÄNKEARTEN IN LITERN->DOWNLOAD GRAPHIK
Zählte insbesondere Mineralwasser lange zu den Gewinnern der zurückliegenden Jahre, so hatte auch dieses erfolgsverwöhnte Segment des Getränkemarktes in den zurückliegenden Jahren deutlich verloren (2015 - 2021: - 31,3 Liter oder - 20 %), konnte sich 2022 aber aus der Talsohle wieder etwas lösen.
In 2023 und 2024 sank der Mineralwasserkonsum neuerlich um 5,7 Liter. Er fällt damit - wie 2021 - zurück auf das Niveau kurz nach der Jahrtausendwende.
Zum ersten Mal seit den frühen 90er-Jahren übertraf 2023 der Konsum von Erfrischungsgetränken den von Mineralwasser. In 2024 liegen beide Getränkearten auf annähernd gleichem Niveau.
Verlierer sind - in unterschiedlicher Ausprägung - alkoholhaltige Getränke: Sie büßen schon lange an Marktvolumen ein und verlieren seit 1991 zwischen rd. 38 % (Bier) und gut 33 % (Spirituosen). Nur der Weinkonsum schert aus mit einem Minus von nur gut 10,8 % - Tendenz zuletzt allerdings auch fallend:
Hatte der Weinkonsum die Corona-Jahre noch weitgehend unbeschadet überstanden, so ging der Konsum im ersten Nach-Corona-Jahr auch hier spürbar zurück, eine Tendenz, die sich 2023 fortsetzte und 2024 stabilisierte.
Er liegt 2024 wie im Vorjahr mit 19 Litern auf dem niedrigsten Stand seit der Jahrtausendwende.
RELATIVE VERÄNDERUNG DES PRO-KOPF-GETRÄNKEVERBRAUCHS 1991-2024->DOWNLOAD GRAPHIK
Über viele Jahre war Bier unangefochten das mit Abstand beliebteste Kaltgetränk. Diese Position hat die deutsche Brauwirtschaft schon im Jahr 2002 an das Mineralwasser verloren.
Im Jahr 2006 sind auch die Erfrischungsgetränke am Bier vorbeigezogen.
Die leichte Steigerung des Bier-Pro-Kopf-Konsums in 2011 gegenüber 2010 ist dabei der Statistik geschuldet (Volkszählungsergebnis Zensus 2011). Ein ähnlicher Effekt ergibt sich für 2023: Auch hier ergab die Volkszählung (Zensus 2022) eine um 1,4 Mio. geringere Bevölkerungszahl, so dass der Bierkonsum von ursprünglich 88 l pro Kopf auf 89,3 l p. K. korrigiert wurde.
Seither folgt der Gesamtkonsum wieder dem langjährigen, leicht rückläufigen Trend.
Interessant 2023: Erstmals seit Jahrzehnten war der Pro-Kopf-Konsum von Erfrischungsgetränken wieder um 1 Liter höher als der Mineralwasserkonsum.
2024 haben sich beide Getränkegattungen volumenmäßig wieder angenähert.
PRO-KOPF-VERBRAUCH AUSGEWÄHLTER GETRÄNKE IN LITERN- ENTWICKLUNG SEIT 1991 ->DOWNLOAD GRAPHIK